Die Kernfrage: Geht es ums Geld oder ums Ergebnis?
Wer in Zürich vor der Wahl steht, selber zu streichen oder einen Maler zu beauftragen, denkt zuerst an den Preis. Das ist verständlich, greift aber zu kurz. Die ehrliche Antwort hängt von drei Dingen ab: wie gross und schwierig die Fläche ist, wie viel Zeit Sie wirklich haben und wie das Ergebnis am Ende aussehen soll.
Ein einzelnes Schlafzimmer mit glatten, intakten Wänden ist ein gutes DIY-Projekt. Eine ganze Wohnung mit Decken, Rissen, alten Tapeten und einer Wohnungsabnahme am Ende ist es selten. Dieser Ratgeber trennt die Fälle sauber, damit Sie nicht aus Stolz oder aus falscher Sparsamkeit die teurere Variante wählen.
Wann selber streichen Sinn macht
Selber streichen ist keine Notlösung – in vielen Situationen ist es die richtige Entscheidung. Entscheidend ist ein einfacher Untergrund: glatte, saubere, bereits gestrichene Wände ohne Risse, Löcher oder Feuchtigkeitsschäden. Dann brauchen Sie vor allem Geduld, sauberes Abkleben und eine ruhige Hand.
Wer das Projekt klein hält und keinen Termindruck hat, kann mit Eigenleistung echtes Geld sparen. Ein Wochenende, ein gutes Resultat, ein gutes Gefühl – das ist realistisch, solange die Rahmenbedingungen stimmen.
- Kleine, überschaubare Flächen (einzelnes Zimmer, Akzentwand)
- Glatter, intakter Untergrund ohne Spachtel- oder Reparaturbedarf
- Knappes Budget, dafür genug Zeit am Wochenende
- Einfacher Farbton auf hellem Untergrund (kein Deckkraft-Problem)
- Keine Wohnungsabnahme, bei der ein fachgerechtes Ergebnis verlangt wird
- Freude am Selbermachen und Toleranz für kleine Unregelmässigkeiten
Wann sich der Profi auszahlt
Sobald Fläche, Höhe oder Untergrund anspruchsvoll werden, kippt die Rechnung. Decken streichen ist körperlich anstrengend und technisch heikel – Ansätze und Rollspuren sieht man im Streiflicht gnadenlos. Schwierige Untergründe (Risse, Putzschäden, alte Tapeten, Nikotin- oder Wasserflecken) brauchen Spachtelarbeiten, Grundierung und Erfahrung, sonst zeichnet sich der Mangel später durch jede Farbschicht.
Auch Zeit ist ein Faktor: Wer berufstätig ist und keine zwei freien Wochenenden opfern kann oder will, zahlt den Profi oft mit dem Geld, das er sonst in Material, Werkzeug und Nerven steckt. Beim Auszug aus einer Mietwohnung kommt der entscheidende Punkt dazu – dort wird ein fachgerechtes Ergebnis nicht nur gewünscht, sondern bei der Abnahme geprüft.
- Grosse Flächen oder die ganze Wohnung auf einmal
- Decken und hohe Wände (Gerüst, Leiter, Überkopfarbeit)
- Schwieriger Untergrund: Risse, Löcher, Feuchtigkeit, alte Tapeten
- Spachtel-, Verputz- oder Grundierungsarbeiten nötig
- Termindruck (Umzug, Einzugstermin, Vermietung)
- Wohnungsabnahme beim Auszug mit Anspruch auf fachgerechte Ausführung
- Dunkle oder kräftige Farbtöne, die saubere Kanten und Deckkraft verlangen
Die versteckten Kosten beim Selbermachen
Der grösste Denkfehler beim DIY-Streichen ist, nur die Farbe zu rechnen. Dazu kommen Abdeckvlies, Klebeband, Rollen, Pinsel, Teleskopstange, Spachtelmasse, Schleifpapier, Grundierung und allenfalls eine Leiter. Für eine durchschnittliche Wohnung summiert sich das schnell auf mehrere Hundert Franken – Werkzeug, das danach im Keller verstaubt.
Dazu kommt die Zeit. Vorbereiten, abkleben, zweimal streichen, trocknen lassen, aufräumen – realistisch sind das mehrere volle Tage. Rechnen Sie Ihre eigene Zeit auch nur grob ein, schrumpft der vermeintliche Spareffekt deutlich.
Der teuerste Posten ist die Nacharbeit. Streifen, Nasen, durchscheinender Untergrund oder unsaubere Kanten lassen sich selten einfach übermalen – oft muss eine ganze Wand neu gemacht werden. Wird ein Profi gerufen, um DIY-Fehler zu korrigieren, ist das Ergebnis am Ende teurer, als wenn er von Anfang an gearbeitet hätte.
Mietwohnung und Auszug: hier wird es ernst
Beim Auszug aus einer Zürcher Mietwohnung ist Malen kein reines Geschmacksthema mehr. Verlangt der Mietvertrag oder die Verwaltung das Streichen, muss die Arbeit fachgerecht ausgeführt sein. Sichtbare Rollspuren, ungleichmässige Deckung oder schlecht abgeklebte Kanten können dazu führen, dass die Verwaltung die Arbeit nicht akzeptiert und auf Ihre Kosten nachbessern lässt.
Hinzu kommt die Frage der Lebensdauer und der Beweisbarkeit. Ein professioneller Maler liefert ein sauberes Ergebnis und eine nachvollziehbare Ausführung – ein Vorteil, wenn es bei der Abnahme zu Diskussionen kommt. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert genau die Zusatzkosten, die er vermeiden wollte. Im Zweifel lohnt sich die professionelle Ausführung beim Auszug fast immer.
Pro und Contra auf einen Blick
Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was für Eigenleistung und was für den Profi spricht. Keine Variante ist grundsätzlich besser – es kommt auf Ihr konkretes Projekt an.
- Pro DIY: tiefere Direktkosten bei kleinen, einfachen Flächen
- Pro DIY: freie Zeiteinteilung, keine Termin-Koordination
- Pro DIY: Befriedigung, es selber gemacht zu haben
- Contra DIY: versteckte Kosten für Material und Werkzeug
- Contra DIY: hoher Zeitaufwand und Risiko von Nacharbeit
- Contra DIY: heikel bei Decken, schwierigem Untergrund und Abnahme
- Pro Profi: gleichmässiges, sauberes Ergebnis ohne Streifen und Nasen
- Pro Profi: fachgerechte Vorbereitung von Untergrund und Spachtelarbeit
- Pro Profi: planbarer Termin, ideal bei Umzug und Auszug
- Pro Profi: Festpreis statt böser Überraschungen bei Material und Zeit
- Contra Profi: höhere Direktkosten als reines DIY-Material
Fazit: ehrlich abwägen, dann entscheiden
Selber streichen lohnt sich bei kleinen Flächen, einfachem Untergrund, knappem Budget und genug Zeit – und das ist völlig in Ordnung. Sobald aber Decken, schwierige Untergründe, Spachtelarbeiten, Termindruck oder eine Wohnungsabnahme ins Spiel kommen, rechnet sich der Profi meist schneller, als man denkt.
Unser Rat: Holen Sie eine kostenlose Offerte ein, bevor Sie selber loslegen. So sehen Sie schwarz auf weiss, was der Profi kostet, und können diese Zahl ehrlich gegen Ihr Material, Ihre Zeit und Ihr Risiko stellen. Bei AMS Malergeschäft in Zürich arbeiten wir mit klaren Festpreisen, erstellen die Offerte innert 24 Stunden und übergeben die Räume sauber – damit Ihre Entscheidung auf Fakten beruht, nicht auf einem Bauchgefühl.
